Heuschnupfen


Die Temperaturen werden milder, Bäume und Sträucher beginnen zu blühen. Die meisten Menschen freuen sich auf den Frühlingsbeginn, doch für viele Allergiker beginnt dann eine quälende Zeit mit Heuschnupfen.

Pollenflug

Durch das Eindringen von Blütenpollen (sogenannte Allergene) über die Schleimhäute der Atemwege und Augen kommt es bei Allergikern zu einer Überreaktion des Immunsystems und es werden vermehrt Antikörper gegen diese Allergene gebildet. In Folge schüttet der Körper vermehrt den Botenstoff Histamin aus, welcher die typischen allergischen Symptome auslöst.

Betroffene klagen über ein unangenehmes Jucken in der Nase, Niesattacken, Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase. Weitere Symptome können brennende oder tränende Augen bis hin zu Atemnot und Husten sein. Die Beschwerden sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es sollte frühzeitig ein Facharzt (Allergologe) aufgesucht werden, welcher mittels eines Allergietests den genauen Reiz, der die Überreaktion auslöst, bestimmt.

Viele Allergiker merken schon in besonders milden Wintermonaten, dass Frühblüher-Pollen ausschwärmen. Klassische früh blühende Bäume sind Hasel und Erle, es folgen Pappel, Weide und Birke. Von April bis etwa September sind hauptsächlich Süßgräser potente Auslöser, einschließlich der Haupt-und Nachblütezeit anderer Pflanzen. Ein Pollenflugkalender zeigt die Blütezeiten der verschiedenen Pflanzen an.

Gerade in der Pollenhauptsaison können einige Verhaltensweisen eingehalten werden, um Beschwerden zu lindern. So sollten Allergiker Wiesen und Felder in der Blütezeit meiden. Ausgiebige Spaziergänge, Wanderungen und sportliche Aktivitäten lieber bei Regentagen oder ab 1.500 m Meereshöhe unternehmen. Die Pollen sollten am Besten gar nicht ins Haus gelangen. Es ist sinnvoll früh morgens und spät abends zu lüften. Vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Kleider nicht im Schlafzimmer ablegen, damit die Pollen nicht ins Bett gelangen. Auf blühende Pflanzen sollte im Haus verzichtet werden. Ein Pollenfilter kann auch nachträglich ins Auto eingebaut werden.

Auch auf die Ernährung gilt es zu achten. Allergene von Pollen und Früchten sind sich oft sehr ähnlich, so reagieren Allergiker oft auch auf bestimmte pflanzliche Nahrungsmittel allergisch. Man spricht dann von „Kreuzallergien“. Birken-Hasel- und Pappelallergiker können hauptsächlich auf Nüsse und Rosengewächse wie Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche und Mandel allergisch reagieren. Kreuzreaktionen von Beifußpollen-Allergiker mit Doldenblütler wie Karotte, Sellerie und Fenchel sind seltener. Auch Korbblütler wie Kamille und Löwenzahn werden oft nicht gut vertragen. Wer auf Gräserpollen allergisch reagiert, sollte auch auf den Konsum von Soja, Hülsenfrüchte und Getreide achten. Empfehlungen betreffend Ernährung sind individuell, grundsätzlich sollte gerade in der akuten Pollensaison auf die entsprechenden Lebensmittel verzichtet werden.

Bei akuten Symptomen werden lokal wirksame Nasensprays und Augentropfen empfohlen. Kochsalzsprays, kühlende Kompressen oder Barrierecremes für die Nase können besonders bei Kindern erfolgreich eingesetzt werden. Die häufig eingenommenen „Antihistaminika“ blockieren die Ausschüttung von Histamin im Körper. So macht es auch Sinn sich in der Allergiezeit möglich histaminfrei zu ernähren. Einige Nahrungsmittel fördern die Anreicherung von Histamin im Körper und können die allergischen Symptome verschlimmern. Es gilt vor allem Fertigprodukte, lang gereifte Käsesorten, Meeresfrüchte und Thunfisch in Dosen, Essig, Zitrusfrüchte etc. zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Natürliche und homöopathische Heilmittel vorbeugend oder in der akuten Phase können das Beschwerdebild verbessern.

Homöopathische Mittel und Mikronährstoffe zur Vorbeugung und Behandlung aus der Apotheke:

  • Galphimia glauca: bei tränenden, geröteten Augen und zugeschwollener, verstopfter Nase
  • Allium cepa: bei wässrigen, brennenden Fließschnupfen, Nasenöffnung wund und rot, tränende Augen
  • Euphrasia: bei gereizter Bindehaut und juckenden und brennenden Augen
  • Acidum formicicum: juckende Augen und Nase, allerg. Husten
  • Luffa operculata: bei Fließ- und Stockschnupfen, trockener Hals und Rachen
  • Schüssler-Salz Natrium chloratum: bei laufender Nase und tränenden Augen
  • Zink, B- und C-Vitamine helfen Allergien in der Akutphase zu lindern
  • Calcium reduziert allergische Symptome
  • Glutamin bei Nahrungsmittel- und Kreuzallergien

„Natürliche und homöopathische Heilmittel können das Beschwerdebild verbessern. „

Dr. Jasmin Tappeiner

Apotheke St. Ulrich